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Immobilien in Saarbrücken, 799 Ergebnisse

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Ein Zusammenschluss aus verschiedenen Dörfern
Im Französisch-Niederländischen Krieg (1672-1679) lässt Ludwig XIV (1638-1715, ab 1643 König von Frankreich und Navarra) Saarbrücken 1677 niederbrennen, von der Stadt bleiben acht Häuser übrig. Als 1741 Wilhelm Heinrich, Fürst von Nassau-Saarbrücken, die Herrschaft antritt, erlebt Saarbrücken einen ungeahnten wirtschaftlichen Aufschwung und wird zur Barockstadt. Durch den Steinkohlebergbau und die neuen Eisenschmelzen kommen immer mehr Arbeiter in die Stadt, das Stadtgebiet vergrößert sich. Am 05. Dezember 1908 entsteht per Vertrag durch den Zusammenschluss der Städte Saarbrücken, Malstat-Burbach und St. Johann das heutige Saarbrücken mit dem Innenstadtbezirk Alt-Saarbrücken. Nach dem Zweiten Weltkrieg (1939-1945) gibt es Alt-Saarbrücken praktisch nicht mehr, bei den Bombardements wurde es so gut wie völlig zerstört. Die letzte Vergrößerung stammt von 1974, als 11 umliegende Gemeinden und Städte hinzukamen.

Die Stadt bestehe aus 4 Bezirken und insgesamt 46 Stadtteilen. Die im Krieg zerstörte Innenstadt entstand ganz im Sinne der damaligen Zeit neu, breite Straßen und kantige Bebauung mit tristen Mehrfamilienhäusern. Rodenhof dagegen, ein Stadtteil von Malstatt, geht auf das achtzehnte Jahrhundert zurück, das landwirtschaftliche Gut gehörte zu den beliebten Ausflugszielen der Saarbrücker. Die um 1893 erbauten ersten Gebäude wurden von der Eisenbahner Wohnungsbaugenossenschaft gesetzt, im Nordwesten kamen nach dem Ersten Weltkrieg (1914-1918) Ein- und Mehrfamilienhäuser hinzu. Die Bebauung strahlt noch heute den Geist der damaligen Zeit aus, es sind noch immer viele Grünflächen vorhanden.

Rastpfuhl, ebenfalls zu Malstatt gehörend, hat bis auf einige wenige Bereiche keinen allzu guten Ruf. Durchtrennt von der Bundesstraße B268, die in die Autobahn A1 übergeht, ist die Anwohnerschaft des Stadtteils eher der Unter- und unteren Mittelschicht zuzuordnen. Ursprünglich stand in der Senke, die das Zentrum von Rastpfuhl bildet, nur ein Hof, zu Beginn des Zwanzigsten Jahrhunderts kamen eine Ziegelei, einige Häuser sowie ein Krankenhaus hinzu. In den dreißiger Jahren begann die Bebauung mit den typischen Siedlungshäusern der damaligen Zeit, wobei die überwiegende Zahl der Gebäude erst nach dem Zweiten Weltkrieg hinzukam. Der Bereich zwischen Rheinstraße, Jenneweg, Lebacher Straße und Hochwaldstraße gilt als sozialer Brennpunkt, im Volksmund heißt er auch "Klein-Moskau", allerdings ohne dass ein Überhang an Russen dort lebt. Auch der Bereich Eifelstraße steht in dem Ruf, dass oftmals die Polizei zu Gast ist. Eher ruhig und gelassen geht es in dem Gebiet Pasteurschacht zu, die villenähnlichen Häuser in den schönen Gärten sind gerne genommener Wohnraum der oberen Mittel- und der Oberschicht, genau wie der obere Witlinger Weg oder der Rastbachweg.

Einen besonders drastischen Strukturwandel erlebte das Nauwiesen Viertel in St. Johann. Das kleine Fischerdorf, dessen Existenz seit 1267 nachgewiesen ist, galt als Ort der Beschaffungskriminalität, Prostitution und des Drogenhandels. Aufgrund der alten, baufälligen Häuser waren die Mieten billig, was natürlich eine entsprechende Anwohnerschaft nach sich zog. Auch die Kneipen des Stadtteils waren nicht besonders vertrauenswürdig und vom "normalen" Publikum weitestgehend gemieden. Seit der Jahrtausendwende hat sich das Gesicht des Nauwiesen Viertels deutlich verändert, die alten, heruntergekommen Häuser sind saniert, die hässlichen Schmutzstellen erhielten ein neues Gesicht, gepflegte begrünte Bereiche entstanden. Prostitution sowie der Drogenhändler und -süchtigen sind aus dem Viertel völlig verschwunden, inzwischen hat es sich zu einem beliebten Wohnort der Studenten entwickelt, mit einer ganz eigenen Kneipen- und Ausgehkultur - das neue Szeneviertel der Stadt entstand. Ein Problem stellen allerdings die ständig ansteigenden Mietpreise dar, viele der ehemaligen Anwohner wurden vertrieben, wobei die Altersstruktur durch die Studenten generell verjüngt hat.
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